Arbeitskreis internationale Gemeindearbeit in Deutschland

Seit April 2011 gibt es diesen Arbeitskreis des Bundes Freier evangelischer Gemeinden der gemeinsam mit der Allianz-Mission die Zusammenarbeit missionarisch-ganzheitliche Arbeit unter, mit und von Menschen mit Migrationshintergrund in und um unsere Gemeinden herum fördert

Zielsetzungen des AK IGAD für die internationale Gemeindearbeit in Deutschland

Zielsetzungen des AK IGAD für die internationale Gemeindearbeit in Deutschland

Vorschlag für den Zeitraum 2020-22 (Vorlage von Susi Roßkopf, Willi Ferderer und Hussam Chamoun)

Leitbild

Der AK IGAD möchte die Entwicklung von lebensfähigen, internationalen, missionarischen Gemeinden mit unterschiedlichen Formaten fördern. Im Bewusstsein der großen Bandbreite von Gemeinden mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen, gewachsenen Strukturen und Akteuren aus einer Vielfalt kultureller Prägungen wollen wir ein breites Spektrum an Gemeindemodellen und -typen unterstützen.

Im Einklang mit dem gesamtgesellschaftlichen Auftrag für Integration bildet die Förderung des Modells „deutsch-internationale Gemeinden“ einen Schwerpunkt. Deutsch-internationale Gemeinde wird dabei nicht als Einbahnstraße zur Assimilation der Internationalen in die deutschen Strukturen aufgefasst, sondern als ein beidseitiger Annäherungsprozess mit offenem Aushandlungscharakter. Ziel des Integrationsprozesses ist eine organische Verschmelzung ohne Preisgabe der unveräußerlichen Identitäten der deutschen Gemeinden und der internationalen Gruppen.

Parallel zum Aufbau der lokalen Gemeinden soll die Internationalisierung des Bundes FeG beworben und sensibel gefördert werden, die jeweiligen Möglichkeiten und Bedürfnisse der einzelnen Arbeitsbereiche und Bundeswerke finden dabei angemessene Beachtung. Der Bund FeG soll mit weiteren deutsch-internationalen bzw. – vorübergehend – „ethnischen Auffang-Gemeinden“ bereichert werden.

Schwerpunkte

1. Evangelisation

Menschen aus allen Kulturen, häufig aus Herkunftsländern, in denen das Christentum unterdrückt wird oder sogar verboten ist, kommen in Deutschland zum Glauben an Jesus Christus.

  • Förderung und Unterstützung lokaler Gemeinden zur Wahrnehmung des interkulturellen missionarischen Auftrags: Aufbau von Netzwerken, Vermittlung von Migrantengruppen zu deutschen Gemeinden (z.B. für Raumnutzung, Mitarbeitergewinnung von deutschen Gemeindegliedern, Bereitstellung von Materialien usw.)
  • Planung und Durchführung missionarischer Einsatztage in Ballungszentren
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Evangelisten mit Migrationshintergrund und des „Praxisinstituts Evangelisation“

2. Integration

Ein wichtiger Baustein für den internationalen Gemeindebau ist die Förderung der Integration von Christen mit Migrationshintergrund in deutschen FeGs mit dem Ziel, Migranten für Mitgliedschaft/Mitarbeit/Leiterschaft zu gewinnen und zu ertüchtigen. Der AK IGAD stellt ein breit gefächertes Angebot zur Förderung der Integration und Vernetzung zur Verfügung.

  • Vermittlung und Begleitung von Gruppen/ Einzelpersonen mit Migrationshintergrund in deutschen FeGs
  • Beratung und Unterstützung bei Kontaktaufnahmen und Integrationsbemühungen
  • Angebot interkultureller Schulungen/Seminaren/Workshops, internationalen Missions- und Gemeindetagen usw.
  • Bereitstellung von fremdsprachigem Material und Medien, siehe dazu auch die Homepage: www.akigad.feg.de

3. Schwerpunkt Gründung und Aufbau deutsch-internationaler Gemeinden

Ein besonderer Schwerpunkt des AK IGAD liegt in der Förderung „deutsch-internationaler Gemeinden“ mit passgenauen
Gemeindemodellen.

  • Förderung von Gemeindeaufbauprojekten nach dem Vorbild des Pilotprojekts „deutsch-internationale Gemeindegründung Kairos“ in Haiger
  • Unterstützung von Migrantengemeinden, z.B. durch Bildung von regionalen Support-Teams zur Unterstützung/Begleitung von Pastoren/Leitern mit Migrationshintergrund (Administration, Finanzen usw.)
  • Unterstützung bei der Entwicklung von FeG-Lokalgemeinden zu deutsch-internationaler Gemeinden durch Beratung, Anleitung und Mediation
  • Angebot an Beratung und Begleitung von Pastoren und Leitern der deutschen Gemeinden auf Kreis- und Bundesebene, z.B. Wahl des passenden Gemeindemodells (Internationalisierung, Zweiggemeinde, Tochtergemeinde, usw.)

 4. Internationalisierung des BFeG

Im Bewusstsein des tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels hat der BFeG mit dem AK IGAD und der Bereitstellung von Ressourcen bereits einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung deutsch-internationaler Gemeinden geleistet. Ein weiterer Schritt mit hoher Strahlkraft wäre die Internationalisierung des Bundes auf allen Ebenen. Dieser Prozess muss in Abwägung der unterschiedlichen Anliegen und Aufgaben der einzelnen Bereiche umsichtig eingeleitet und sensibel begleitet werden. Integration erfordert wechselseitige Anpassungen, d.h. sowohl die Deutschen als auch die Internationalen müssen in
einem gemeinsamen Prozess zur Annäherung kommen. Eine einseitige Assimilation im BFeG würde langfristig keinen Erfolg haben.

  • Förderung und Unterstützung von bereits bestehenden Migrantengemeinden bei Prozessen zur Annäherung (z.B. als assoziierte Gemeinden) bzw. Mitgliedschaft im BFeG
  • Bildung einer Steuergruppe (Vertreter des BFeG, AK IGAD und Migrantenpastoren/-leiter) zur Erarbeitung von Konzepten und Vorschlägen zur Förderung der Anliegen, z.B. Anpassung der Gemeinde-Musterordnung des BFeG, Übersetzungen wichtiger Dokumente usw.
  • Vorschlag an die BL d. BFeG: Entsendung eines Vertreters unserer Anliegen in die erweiterte BL
  • „Buntes Deutschland“: Förderung der Integration der 2. Migranten-Generation in den BFeG, Nutzung bereits bestehender Strukturen wie z.B. „Deutschland wird Jünger“, BuJu, JAK und Beratungsarbeit. Enge Kooperation mit Vertretern der Bundesjugendarbeit, Erarbeitung eines Strategiekonzepts

5. Leiterschaft entwickeln und fördern

Für den Aufbau tragfähiger internationaler Gemeinden ist die Ausbildung und Qualifizierung von internationalen Pastoren/Leitern/Mitarbeitern ein wesentlicher Baustein. Mittelfristig sollten mehr internationale Pastoren Anstellungen und Anerkennung im BFeG erhalten. Das erforderliche Niveau für einen pastoralen Dienst im BFeG soll dabei mit den Erfordernissen für einen interkulturellen Dienst in Einklang gebracht werden.

  • Seminartage für Schulung/ Training von internationalen Leitern/Mitarbeitern in passenden Formaten
  • Erarbeitung eines Konzepts (Curriculum, Ausbildungsprogramm) für die Aus- und Weiterbildung von Pastoren/Leitern mit Migrationshintergrund (z.B. nach Vorbild des PIAP vom BEFG)
  • Kontaktnahme und Dialog mit dem THE Ewersbach zur Beratung über mögliche Wege zur Qualifizierung von Personen mit Migrationshintergrund.
  • Entwicklung eines finanziellen Förderprogramms für Ausbildungs-/Qualifizierungsmaßnahmen von internationalen Pastoren/Leitern, z.B. Fundraising, Stiftung
  • Teilnahme von Pastoren/ Leitern mit Migrationshintergrund bei Pastorentagungen

6. Beitrag zur Weltmission

Der AK IGAD möchte internationale Gemeinden in Deutschland für das weltweite Anliegen von Mission sensibilisieren und zur Aussendung von Missionaren (vorrangig durch AM) motivieren.

7. Mission in Return

Ein weiterer Baustein für die Entwicklung von Mission und internationalem Gemeindeaufbau sind Missionare aus aller Welt mit dem Zielland „Deutschland“. Das Mission-Return-Programm bietet Missionaren Unterstützung beim Einleben und der Orientierung im deutschen Kontext, Vernetzung mit deutschen Gemeinden usw.

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